Euer neues iPhone XS (in meinem Fall das Max) erreicht Euch in der üblichen weißen Box aus stabilem Pappkarton, zusätzlich umhüllt von einer Schutzfolie, die sich mit wenigen Handgriffen und ohne jede Zuhilfenahme von Schneidwerkzeugen entfernen lässt. Das erste was unter dem Deckel zu Tage tritt, ist eine weiße Papierhülle für den „Papierkram“ und die ikonischen Worte: „Designed by Apple in California“.

Teil dieses „Papierkrams“ sind die üblichen Garantiebestimmungen, eine Kurzanleitung in mehreren Sprachen, die uns erläutert, wie wir in Zukunft ohne Home-Button zurechtkommen sollen, das metallene Werkzeug zur Öffnung des SIM Schachts und ein Satz Aufkleber mit dem weißen Apple Logo. Soweit nichts ungewöhnliches. Darunter stößt man auf das iPhone, dass sich in einer transparenten Schutzhülle befindet.

Auch diese lässt sich ohne Probleme und ohne Schneidwerkzeuge entfernen. Unter dem iPhone befindet sich noch das übliche Zubehör in der Box: Ein Lightning / USB Kabel, ein Netzteil und ein Paar EarPods mit Lightning Anschluss. Der Klinken-Adapter, der beim iPhone 7 noch zugegen war, liegt dem iPhone XS nicht mehr bei. Bei Bedarf findet man das kurze Kabel aber immer noch im Apple Store.

Der SIM Karten Slot befindet sich wie gewohnt auf der rechten Seite des Gehäuses, etwas unterhalb des Ein/Aus Schalters. Hier findet eine SIM Karte im Nano Format sauber und präzise Platz, der Chip zeigt nach oben. (Kommt man – wie ich – vom iPhone 7, ist hier eine deutliche Verbesserung festzustellen.)

Startet man die Ersteinrichtung, bietet das Gerät den „Schnellstart“ an. Dieses, mit iOS 11 eingeführte, Feature erlaubt die automatische Konfiguration des neuen iPhones, durch ein vorhandenes iPhone oder iPad (auf dem mindestens iOS 11 installiert sein muss). Verbunden werden die beiden Geräte, indem man die Kamera der Datenquelle mit einer animierten Grafik auf dem Display des iPhone XS füttert. Zu unserer eigenen Sicherheit verlangt das System zur Kontrolle noch nach dem Passwort für das Altgerät.

Dann lässt man die zwei Geräte einfach nebeneinander liegen und wenige Minuten später…

Das neue iPhone übernimmt dabei auch – soweit möglich – vorhandene Zugangsdaten, beispielsweise für das WLAN und nutzt die Verbindung um die benötigten Apps direkt in ihrer jeweils aktuellen Version aus dem App Store herunterzuladen. Lediglich Kontoinformationen die nicht Teil der iOS Infrastruktur sind, werden dabei ignoriert. (Beispielsweise war es in meinem Fall notwendig, der Outlook App wieder die Email Konten beizubringen, die sie bedienen soll.) Dennoch war dies der mit Abstand simpelste und glatteste Gerätewechsel, den ich bislang mit einem Smartphone vollzogen habe. Hut ab, Apple!

Rein äußerlich sind das iPhone XS und sein großer Bruder, das iPhone XS Max, schon echte Schönheiten, das muss man ihnen lassen. Glas und Edelstahl sind einfach eine schicke Kombination. Und insofern es mich betrifft, gilt das ganz besonders dann, wenn man sich für die Variante in Space Grau entschieden hat. Klar, das ist meine ganz subjektive Meinung und die beiden Alternativen Gold und Silber schinden, ob ihrer Verarbeitung, ebenfalls mächtig Eindruck. Aber „Schwarz“ ist und bleibt einfach ein edler Anblick.

Wie das Note9, über das ich die Tage erst schrieb, ist auch das iPhone XS ein „Glas-Sandwich“. Das heißt, sowohl Front als auch Rücken entzücken (sorry, ich konnte nicht anders) mit einer gläsernen Abdeckung, die sich rundherum dem stählernen Gehäuse-Rahmen entgegen biegt. Während unter der gläsernen Front das Display seinen Dienst verrichtet, hat auch das Glas auf der Rückseite seinen Sinn: Nur so lässt sich nämlich das kabellose Aufladen nach dem QI Standard realisieren, dessen das iPhone XS, ebenso wie sein direkter Vorgänger, mächtig ist. Und ganz nebenbei ergibt sich so, gemeinsam mit den auf Hochglanz polierten Außenkanten, ein „shiny finish“ vom Feinsten.

Was das iPhone XS mit seinen Vorgängern der letzten Jahre äußerlich immer noch gemeinsam hat, ist der „Kamerahügel“, der beim XS sogar etwas weiter hervorsteht, als jemals zuvor. Natürlich sprechen wir hier von Unterschieden im Null-Komma-Millimeter Bereich. Das Wort „weit“ wird diesem Umstand nicht wirklich gerecht. Während das XS Max das erste seiner Art ist, erweckt dessen kleiner Bruder den Eindruck, er habe sich im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem iPhone X, in keinster Weise verändert. Erst wenn man versucht, das iPhone XS in das Original-Ledercase des iPhone X zu stecken fällt auf, dass minimale Unterschiede an der Kamera vorgenommen worden sind und das alte Case deshalb nicht mehr passt. Dumm gelaufen.

Eine weitere Sache die man als „dumm gelaufen“ bezeichnen kann, ist der Umstand dass den iPhones auch in diesem Jahr keine Netzteile beiliegen, mit denen man sie schneller aufladen könnte. Stattdessen darf man sich dafür den 30W Power Adapter für 59 EUR oder den 12 Watt Power Adapter für 25 EUR im Apple Store nachkaufen, wenn man es flotter oder richtig flott möchte. Und damit Ihr die Zahlen in der richtigen Relation seht: den iPhones liegen 5 Watt Netzteile bei. Sorry, Apple, so gern ich Euch und Eure Produkte mag, aber einem Smartphone dass bis zu 1649 EUR kostet, hättet Ihr ruhig das Schnelllade-Netzteil beilegen können. Und ja, dann wäre die Verpackung größer ausgefallen, aber wen hätte das gekümmert?

Da das jetzt ausgesprochen ist, zurück zu angenehmeren Dingen.

Das wohl prominenteste Upgrade, wenn man so wie ich von einem iPhone 7 zum iPhone XS wechselt, ist mit großer Sicherheit das Display. Der Super Retina HD Display getaufte Bildschirm ist ein 5,5 Zoll (XS) oder 6,5 Zoll (XS Max) großer OLED Screen, der 2436 x 1125 Pixel (XS) oder 2688 x 1242 Pixel (XS Max) darstellt, was in beiden Fällen auf 458 ppi hinausläuft. Das Display kann den großen P3 Farbraum darstellen und beherrscht HDR ebenso wie Apples True Tone Technik. Und das Ergebnis sieht (jetzt klinge ich wohl schon wie Phil Schiller) großartig aus. Auf Fotos ist das schwer zu vermitteln, man muss es selbst sehen. Man kann davon halten, was man will, aber Apple stellt hier wieder einmal unter Beweis, dass sie ganz groß darin sind, eine Technologie die es bereits gibt, weiter zu entwickeln und noch eine Spur besser aussehen zu lassen.

Das nächste was man deutlich spürt, wenn man die letzte iPhone Generation, also iPhone X und iPhone 8, übersprungen hat, ist der Prozessor. Zeit für uns, gemeinsam einen Blick auf die inneren Werte des iPhone XS und seines großen Bruders zu werfen:

  • Prozessor: A12 Bionic 64 Bit ARMv8 A 6-Kern CPU
  • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
  • Datenspeicher: 64, 256 oder 512 GB
  • Displaytyp: Super Retina HD Display (OLED, HDR, True Tone)
  • Kontrastverhältnis: 1.000.000:1
  • Farbraum: P3
  • Helligkeit: maximal 625 cd/m2
  • Frontkamera: TrueDepth Kamera, 7 Megapixel, f/2.2, Smart HDR, Porträtmodus
  • Hauptkamera: 12 Megapixel, f/1.8 (Weitwinkel) und f/2.4 (Teleobjektiv), Smart HDR, Porträtmodus, 2x optischer Zoom, 10x digitaler Zoom, digitales Porträtlicht, großer Farbraum
  • Video: 4K mit 24, 30 oder 60 fps, 1080p HD mit 30 oder 60 fps, optische Bildstabilisierung, 2x optischer Zoom, 6x digitaler Zoom, Zeitlupe in 1080p mit 120 oder 240 fps, Zeitraffervideo, Stereoaufnahme
  • Funktechnologie: GSM/EDGE, UMTS/HSPA+, DC-HSDPA, Gigabit fähiges LTE, VoLTE
  • Drahtlose Verbindungen: WLAN (IEE 802.11ac mit MIMO), Bluetooth 5.0, NFC
  • Biometrie: Face ID (3D Scan des Gesichts mittels Projektion von 30.000 Infrarotpunkten)
  • Akkukapazität: 2658 mAh (XS) / 3174 mAh (XS Max)
  • Internetnutzung: bis zu 12 Stunden (XS) / bis zu 13 Stunden (XS Max)
  • Sprechzeit: bis zu 20 Stunden (XS) / bis zu 25 Stunden (XS Max)
  • Videowiedergabe (drahtlos): bis zu 14 Stunden (XS) / bis zu 15 Stunden (XS Max)
  • Audiowiedergabe (drahtlos): bis zu 60 Stunden (XS) / bis zu 65 Stunden (XS Max)
  • Abmessungen (H x B x T): 143,6 x 70,9 x 7,7 mm (XS) / 157,5 x 77,4 x 7,7 mm (XS Max)
  • Gewicht: 177 g (XS) / 208 g (XS Max)
  • Schutzklasse: IP68

Betrachtet man lediglich die Leistungswerte des A12 Bionic, so ganz ohne Kontext, dann müsste man ihn im Vergleich mit seinem Umfeld als „ordentlich aber nicht hervorstechend“ beschreiben. Wer die Produkte von Apple schon seit einer Weile kennt weiß aber, dass deren Stärke in der Kombination aus Hard- und Software liegt und in der Tatsache, dass die Hardware- auf die Bedürfnisse der Software zugeschnitten wird und die Software die Möglichkeiten dieser spezifisch angepassten Hardware optimal nutzt.

Verglichen mit dem A11 Bionic, also dem direkten Vorgänger, gibt Apple die folgenden Werte an:

Ob die vom Hersteller angegebenen Leistungswerte wirklich der Realität entsprechen, ist immer etwas schwer zu beurteilen. Als Anhaltspunkt kann man hier Tools wie Geekbench 4 [Affiliate-Link] heranziehen, die Benchmarks für verschiedene Prozesse laufen lassen und am Ende Scores ausspucken, anhand derer man dann verschiedene Geräte in der Theorie miteinander vergleichen kann. Wie sinnvoll das wirklich ist, daran scheiden sich die Geister. So sehen jedenfalls die Ergebnisse des iPhone XS Max aus:

Ein Leistungssprung zum Vorgänger ist hier durchaus sichtbar. Der fällt entsprechend größer aus, wenn man die Werte nicht mit denen von iPhone X oder iPhone 8 vergleicht, sondern mit dem iPhone 7. Dann seht ihr den Unterschied nicht nur auf dem Papier, sondern spürt ihn überdeutlich bei jedem Click, jedem Wisch, jedem Dokument und jeder Website.

Das führt uns zu einer der Kernaussagen, die man beim Bewerten des iPhone XS festhalten muss: Das XS wurde primär nicht für Nutzer des iPhone X oder 8 gemacht. Wer eines dieser Geräte bereits sein Eigentum nennen darf, kann guten Gewissens auf das nächste große Update im September 2019 warten. Das iPhone XS und demnächst das XR sollen (immer noch) zufriedene Besitzer von iPhone 7 und älteren Modellen hinter dem Ofen hervor locken, um sie so auf die neuesten Technologien (Face ID, AR) zu heben.

Auf einen Abschnitt der Leistungsgrafik von Apple solltet Ihr noch einen genaueren Blick werfen: den Energieverbrauch. Da ist nämlich etwas dran. Der A12 Bionic wird als einer der ersten Prozessoren seiner Klasse im 7 Nanometer Verfahren hergestellt, was bedeutet dass er im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas mehr Leistung bei erheblich geringerem Stromverbrauch liefert. Und das ist durchaus „eine große Sache“, gerade wenn man es in Bezug zu Akkukapazität und Laufzeit setzt.

Betrachtet man die Generation XS aus diesem Blickwinkel, ist das Upgrade doch weit größer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Und im Zusammenspiel mit iOS 12 wird eine schöne runde Sache draus.

Wie heißt es schön? Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. In Zeiten von mobilem Internet, Cloudspeicher und KI gestützten Anwendungen fällt die Wahl dabei inzwischen aber nicht mehr nur deshalb auf das Smartphone, weil man es ohnehin mit sich herumschleppt, sondern weil die darin verbauten Kamera-Winzlinge inzwischen Ergebnisse abliefern, die im Amateur-Segment jede Kompaktkamera mit Leichtigkeit in den Schatten stellen. Werfen wir als nächstes also einen Blick auf die Kamera des iPhone XS.

Der Porträtmodus, der vor ein paar Jahren als unfertige Spielerei seinen Anfang nahm, hat inzwischen dazugelernt. Während die Kamera bislang aufgrund der Tiefeninformationen nur zwischen Person (oder dem zentralen Motiv) und dem Hintergrund unterschied und letzteren dann konsequent unscharf gestaltet hat, erstellt das iPhone XS eine Tiefenkarte des gesamten Motivs und versieht Bildteile die verschieden weit weg von der Kamera sind, mit verschieden starken Unschärfe-Effekten. Der bekannte amerikanische Technik YouTuber Marques Brownlee (MKBHD) hat das in seinem iPhone XS Review perfekt veranschaulicht:

Diese Herangehensweise führt a) zu wesentlich realistischeren Bokeh-Effekten und geht b) für uns iPhone User mit der Möglichkeit einher, nachträglich jederzeit die Tiefenschärfe unserer Bilder zu bearbeiten:

Das gleiche Bild nochmal in höherer Auflösung und so, wie’s der Porträtmodus initial aufgenommen hat:

Wer die Smartphones der Konkurrenz schon seit einer Weile kennt, wird jetzt denken „Ach, das ist doch ein alter Hut, das hat Samsung schon viel früher gekonnt!“ und liegt damit auch vollkommen richtig. Samsung konnte das schon vorher und kann es noch. Aus diesem Grund habe ich die gleiche Aufnahme auch mit dem Note9 geschossen und habe auch hier nachträglich noch an der Tiefenschärfe herumgespielt:

Das Ergebnis ist natürlich auch in diesem Fall brauchbar, wenn man aber genau hinsieht erkennt man den Unterschied zwischen den beiden oben beschriebenen, digitalen Bokeh-Techniken. Und? Was meint Ihr?

Die folgenden drei Aufnahmen (von der Obstschale) wurden mit dem iPhone XS Max geschossen. Das linke Bild im Standard-Fotomodus, die beiden rechten Bilder im Porträtmodus, einmal mit „natürlichen“ Farben und einmal mit einer der voreinstellbaren Farbanpassungen.

Auch von diesem Motiv habe ich eine Vergleichsaufnahme mit dem Note9 angefertigt. Das Smartphone hat erkannt, dass ich „Food“ fotografiere, und die Farben dementsprechend angepasst, um sie bunter und das Essen damit „knackiger“ aussehen zu lassen. Ich überlasse Euch, welche Aufnahme Euch besser gefällt… 😉

Ein anderes heißes Eisen im Feuer der iPhone XS Kamera ist eine Verbesserung der High Dynamic Range Technologie, die Apple auf den Namen Smart HDR getauft hat. Schnellere Sensoren, verbessertes ISP und weiterentwickelte Algorithmen sollen hier intelligent dafür sorgen, dass sowohl Schatten als auch Lichter noch mehr Details erhalten, als bisher. In verschiedenen Gegenlicht-Situationen sieht das wie folgt aus:

Ja ich weiß, der IKEA-Grasbüschel-Blumentopf zeugt nicht gerade von Einfallsreichtum. Aber manchmal muss man eben mit dem arbeiten, was man gerade zur Verfügung hat, oder? Falls Ihr es doch etwas imposanter möchtet, hätte ich hier auch noch eine der offiziellen Beispielaufnahmen von Apple für Euch:

Wie gut Smart HDR wirklich ist, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wenn es genug Gelegenheit gab die Smartphone Kamera zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterlagen und damit einer größeren Vielfalt an Beleuchtungsszenarien zu testen. Bis dahin gilt: Großes Potenzial vorhanden.

Da wir gerade so ausführlich über die Funktionen der Kamera und damit irgendwie auch der Kamera-App sprechen: Ist es nicht etwas eigentümlich, dass man in der App und an den Fotos tausend Dinge regeln kann, aber man keine Chance hat umzustellen, mit welcher Qualität und/oder Framerate Videos und Slow-Motion Videos aufgenommen werden? Ist es. Und für den Fall, dass Ihr diese Settings sucht… Sie verstecken sich in den Einstellungen unter Kamera (siehe Bild links).

Wer aufmerksam hinsieht, erkennt noch etwas interessantes: Stereoton aufnehmen. Das iPhone XS kann nicht nur Stereoton wiedergeben, wozu neben den Lautsprechern am unteren Rand auch der Ohrlautsprecher benutzt wird, sondern auch Stereo aufzeichnen. Klar darf man hier keine Wunder erwarten, aber diese Option fällt definitiv in die Kategorie „nice2have“. Und wo wir von Sound sprechen, die Klangqualität hat Apple ebenfalls aufpoliert:

Auch hier dürft Ihr selbstverständlich keine Wunder erwarten. Smartphone Lautsprecher bleiben was sie sind. Aber gibt man Musik oder Videos über die integrierten Lautsprecher wieder und vergleicht dies direkt mit dem Klangbild der letzten Generationen, so kann man den Unterschied doch deutlich heraushören.

Einen vernünftigen Kopfhörer kann man so natürlich trotzdem nicht ersetzen. Ist klar.

Zum Abschluss noch ein paar Einzelheiten, die auf den ersten oder zweiten Blick aufgefallen sind:

01. Haltet von Face ID was Ihr mögt, aber eines muss man festhalten: Die Technik funktioniert. Solltet Ihr Bedenken haben, dass Ihr Touch ID damit nicht ersetzen könntet, räumt diese beiseite. Das Gegenteil ist der Fall. Habt Ihr Euch mal daran gewöhnt wie präzise und schnell Face ID auch aus flachen Blickwinkeln und ohne Licht funktioniert, wollt Ihr zu dem Einscannen Eures Fingerabdrucks nie wieder zurück.

02. Das gleiche gilt für den Home Button. Ich habe mich so schnell an den Verzicht auf denselben und an die Wischgesten die ihn ersetzen gewöhnt, dass ich heute mehr als einmal vergaß, auf meinem alten iPhone, den großen runden Knopf zu benutzen. Ganz im Ernst: Ihr werdet ihn nicht vermissen.

03. Das iPhone XS hat – wie es eigentlich nicht anders zu erwarten war – seinen Lightning Port behalten. Schlecht für USB-C Fetischisten. Und ich verstehe warum, denn ich mag den neuen USB Anschluss auch. Trotzdem gut für mich und alle anderen iPhone User, die Docking Stations (wie die von Elevation Lab) ihr Eigen nennen und sich freuen, dass sie diese weiterhin im Einsatz halten können.

04. Emojis kennt jeder. Animojis hoben die kleinen Bildchen auf die übernächste Stufe, indem sie unsere Mimik per TrueDepth Kamera auf die animierten 3D Köpfe übertragen. Memojis nennt Apple die nächste Stufe dieser Spielerei. Den animierten Kopf, der bislang auf Tiere, Aliens und dergleichen beschränkt war, können wir jetzt mittels zahlreicher Anpassungsmöglichkeiten an unser eigenes Antlitz so gut wie möglich anpassen. Und das dann immer noch animieren. Niemand braucht’s, kaum ein Erwachsener will so wirklich darüber reden, aber sind wir ehrlich: Wir alle spielen damit! Und wir alle finden’s total klasse! 😀

05. Wie das iPhone X hat auch das XS am oberen Ende des Displays die sogenannte „notch“, die schwarze Kerbe in der sich unter anderem die Frontkamera verbirgt. Da durch diesen Ausschnitt etwas Platz in der oberen Icon Leiste des Betriebssystems verloren geht, also dort wo Uhrzeit, Signalstärke & Co. angezeigt werden, hat Apple auf die Option verzichtet, den Ladestand des Akkus auf dem Homescreen auch als Prozentwert anzeigen zu lassen. Falls es Euch wie mir geht, und Euch fehlt diese Zahl, wischt einfach von dem Batterie-Icon aus nach unten um das Control Center zu öffnen – dort werdet Ihr finden, was Ihr sucht.

Ich habe das iPhone XS Max erst seit letztem Freitag, also ist es vernünftig betrachtet vielleicht noch ein paar Tage zu früh für ein Fazit. Aber was soll’s…?! Ich sag’s mal so: Ich mochte bislang alle meine iPhones. Vom iPhone 3GS bis hin zum iPhone 6. Ich mag durchaus auch mein Galaxy S8. Im Großen und Ganzen. Das iPhone 7 Plus fand ich extrem klasse. Und es hat mir das Tor zu den „Phablets“ aufgestoßen. Das Note9 (und ich kann immer noch kaum fassen, dass ich das ausspreche) hat es tatsächlich auf die gleiche Stufe meiner persönlichen Beliebtheits-Skala gebracht…

Aber das iPhone XS Max hab ich von der ersten Sekunde an geliebt. Ich muss mir wohl erst noch darüber klar werden, warum dem so ist und ob das so bleibt, aber es ist tatsächlich so: Jedes Mal, wenn ich’s in die Hand nehme, das Display schaltet sich ein, das Schloss-Symbol öffnet sich und ich wische mit dem Daumen nach oben um den Homescreen zu erreichen, fange ich breit zu grinsen an. Und so ’ne „extreme“ Reaktion hat, vermutlich seit meinem ersten iPhone überhaupt, kein anderes Smartphone mehr bei mir verursacht.

Das bedeutet etwas. Aus meiner persönlichen Warte gibt’s deshalb verdiente…

Ich hoffe, ich konnte Euch einen möglichst guten Überblick verschaffen, wünsche gegebenenfalls viel Spaß mit Eurem neuen iPhone und beim Selbst-Ausprobieren und verabschiede mich, wie Mr. Spock es jetzt ausdrücken würde, mit meiner „üblichen Grußformel“

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

 


Hinweis: Die in diesem Artikel verwendeten Bilder, Grafiken und Videos wurden entweder von mir selbst angefertigt oder sind geistiges Eigentum von Apple oder Marques Brownlee. Das zum Test gespielte Autorennspiel ist „Asphalt 9: Legends“ [Affiliate-Link] von Gameloft.